†Nachtwache†

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 Exil

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Bolearis
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Männlich
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Zirkel : S2 - Jäger der Nacht / S3 - Eternal Silence
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BeitragThema: Exil   Mo Nov 24, 2008 6:35 am

Teil 1

An seinem ersten Tag im Exil betrat Kaiy das in Stein geschlagende Haus, das er als sein Heim auserkoren hatte. Er schnallte sich seinen Waffengurt ab, lehnte es im Eingangsbereich an die Wand und ließ seinen Umhang auf den Boden fallen. Es war still in den Räumen dieser Behausung, in der Festung, in der er bisher lebte, gab es keine Stille. Den ganzen Tag über konnte man dort Geräusche hören. Ob es der Kampflärm auf den Innenhof war, wo die Soldarten des Reiches ihre Waffenfertigkeiten übten. Oder das Raunen der vielen Menschen und anderer Gäste in den Hallen der Hochfestung, das Klappen aus der Küche und selbst in der Nacht hörte man flüsternde Stimmen und man wurde sich bewusst, dass man nicht alleine war.
Als er sich vor so vielen Jahren entschied, in den Dienst des Konzils zu treten, hatte er nicht gedacht, dass es einmal enden würde, außer mit dem Tod in der Schlacht. Aber er hatte sich geirrt. Es war früher zu ende gegangen. Man hatte ihn reingelegt. Ihn mit Vorfällen in Verbindung gebracht, bei denen er nie dabei gewesen war und die Verbündeten des Reiches schrieen nach einer Reaktion des Konzils und diese war gekommen. In kürzester Zeit war sein Leben zerstört worden, ohne das er einer Klinge oder einer anderen materiellen Waffe zum Opfer gefallen war. Alles wofür er eingestanden war, alles wofür er gekämpft hatte, alles was ihm etwas bedeutet hatte, war ihm genommen worden. Man hatte ihn ins Exil geschickt, angeblich war es auch in seinem Interesse, da bei der Intrige die gegen ihn gestrickt wurde, kein Leben am Hof möglich sei und nur durch das Exil eine Chance bestand, seine Ehre wieder herzustellen. Keiy lachte humorlos, als ob seine Ehre dadurch hergestellt wurde, dass man ihn verbannte. Er war nicht dumm, er hatte die Akademien besucht, sich weiter entwickelt, Wissen angereichert und mehr als einmal sein Leben für Eternia riskiert und doch hatte man ihn in dieser Situation wie Dreck behandelt. Alle seine Männer hatte ihm die Treue geschworen und dennoch hatte man das Konzil für ihn das Exil entschieden.
Keiy wusste nicht, was aus ihm werden würde, wie er das Exil überstehen sollte. Er war zwar ein Kämpfer, ja ein Held sogar, aber was zählte das schon, hier in der Verbannung? Es ging ihm zum ersten Mal wirklich schlecht und keine Fertigkeit des Kämpfers halfen ihm hier . . .
Keiy schritt durch sein neues Heim, stieg die Stufen des kleinen Turms nach oben und trat auf die nächtliche Turmspitze hinaus. Er sah zu den Sternen. Sie waren so weit weg, in der Hochfestung sahen sie immer so aus, als wären sie zum greifen nahe und obwohl er wusste, dass dies nicht stimmte, hatte er sich an den Eindruck erfreut. Aber jetzt, konnte er sich nicht freuen, seine Gefühle waren taub, sie waren tot und hier lag die Verzweiflung zum greifen nahe.
Er war alleine.

In dieser Nacht schlief er unruhiger, als in jeder anderen Nacht auf dem Schlachtfeld oder in der Festung. Er träumte wirre Sachen und wachte in den frühen Morgenstunden auf. Er stand auf, wusch sich und verharrte kurz vor seiner Rüstung, Leder, beschlagen und voller Erinnerungen. Nach einer Weile wendete er sich ab und kehrte der Rüstung den Rücken, die würde er so bald nicht mehr brauchen.
Er verließ sein Haus mit Pfeil und Bogen, er würde jagen gehen.
Nicht unweit von dem Haus befand sich der Immergrünende Wald. Seine tiefe Farbe wirkte heute sehr bedrückend, ganz anders als sonst. Keiy schob dies auf seine Gemütsverfassung und betrat den Wald.

Es flüsterte an allen Ecken und Enden und dennoch war weit und breit kein Tier zu finden. Keiy trat auf eine Anhöhe, sein Blick fand einen kleinen Fluss der durch den Wald floss und an seinem Ufer konnte er eine Gestalt ausmachen. Vorsichtig nährte er sich ihr. Es war ein Kind, es lag halb im Wasser, mit dem Gesicht im Dreck. Und bewegte sich nicht. Keiy trat nähr heran, kniete nieder und rüttelte an dem Kind, dann dreht er es um. Sein Hemd war zerfetzt und der Körper mit der blauen Haut blutüberströmt.
Schwacher Puls.
Etwas hatte das Kind fast tödlich verletzt, ja zerfetzt beinahe, aber er konnte keine Spuren erkennen. Das Kind war durch den Fluss gewartet, so seine Vermutung, aber wo kam es her, seines Wissens nach gab es hier in der Nähe kein Dorf, keine Stadt oder eine Siedlung.
Aber nach dem Zustand der übrig gebliebenen Kleidung konnte es nicht von weit her kommen. Es war keine Reisekleidung.
Keiy richtete sich auf, hier stimmte etwas nicht.

Er wickelte das Kindes behutsam in seinen Umhang und schleppte es aus dem Wald. Sollte etwas hier lauern, war es besser sich in Sicherheit zu bringen. Nicht unweit von seinem Haus, in das er gezogen war, schichtete er Holz auf. Nach dieser Arbeit entzündete er ein Feuer und warf die Kleidung des Jungen in die Flamen.
Als er noch im Dienst des Konzils gestanden hatte, war er mal mit einem Priester ins Gespräch gekommen. Dieser hatte das Feuer als reinigend bezeichnet und durch das Feuer war einst der große Held Pall Kentus gestorben und hatte somit Göttlichkeit erreicht. Er war der Gott aller aufrechten Krieger und so war es ein Brauch geworden, dass große Helden verbrannt wurden, wenn sie es nicht ausdrücklich zu Lebzeiten verboten hatten. Er war nicht allzu gläubig, aber das Feuer hatte auch den Vorteil, dass es Spuren, Krankheiten und ähnliches ausradierte, die möglicherweise an der Kleidung des Jungen hafteten.
Nach dem er dem Feuer eine Weile zugesehen hatte, berat er sein neues Heim, dass die Einheimischen Point Dread nannten und sah dem Jungen.
Keiy hatte ihn gewaschen und seine Wunden versorgt, nun lag der Junge in dem Bett des Kriegers und schlief. Stöhnend nahm Keiy auf einem Stuhl Platz, verschränkte die Arme vor der Brust und wartete. Nach einer Weile schlief er ein.

Mitten in der Nacht riss ihn ein Schrein aus dem Schlafe, im nu war Keiy auf den Beinen und die Reflexe eines Kriegers ließen ihn nach seinem Schwert greifen. Dann wurde ihm klar, dass er dies Abgelegt hatte, er war jagen gewesen . . . zu mindestens hatte er das vorgehabt. Die Erinnerung kam zurück! Der Junge, die Wunde, der Schrei!
Keiy sah zu seinem Bett herüber in das er das verletzt Kind gelegt hatte.
Der Junge schrie im Schlaf, wälzte sich hin und her, schweiß stand auf seiner Stirn und die Wunden bluteten wieder.
Der Krieger war mit einem Satz an seinem Bett, fixierte das Kind und sprach es laut und deutlich an:
„Wach auf, Junge! Du bist in Sicherheit, wach auf! WACH AUF!“
Entsetzt riss der Junge seine Augen auf und starrte in das Gesicht des Kriegers, der seinen Griff noch nicht gelockert hatte:
„Du bist in Sicherheit!“
„In Sicherheit . . . aber, wer, wo . . .?“
„Mein Name ist Keiy und Du bist in meinem . . . meinem Haus. Ich habe Dich verletzt gefunden, ich erwarte nicht dass Du mir jetzt alles erzählst, nenne mir nur Deinen Namen. Nun mach schon, Kind!“
Die Augen des Jungen blinzelten und er viel zurück in den Schlaf der Erschöpfung, doch vorher flüsterte er:
„Ich bin Keldor . . .“
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BeitragThema: Re: Exil   Mo Nov 24, 2008 6:35 am

Teil 2


Der Krieger wachte noch eine Weile über den schlafenden Jungen, dann hob er vorsichtig die Decke an und prüfte die Verletzungen indem er den die Verbände entfernte. Insgesamt hatte er vier Wunden festgestellt. Vorsichtig strich er mit den Fingerspitzen an dem Verlauf der ersten Wunde entlang. Sie sah aus wie der Schnitt eines Schwertes und führte über die linke Rippenpartie hinunter zum Becken. Er hatte lange Jahre in der Armee unter Major Miro gedient und kannte sich aus, mit verschiedenen Verletzungen. Diese erste war von einem schweren Schwert mit einer breiten Klinge verursacht worden. Ein Wunder das der Junge diese Verletzung überhaupt überlebt hatte. Die zweite Wunde war eine Verbrennung, der Junge war oberhalb der rechten Brust von einem Energiestrahl getroffen worden. Die dritte und vierte Wunde zeigten die Merkmale einer stumpfen Hiebwaffe. Der Junge war geschlagen worden, schätzungsweise von einem Knüppel oder einem Kampfstab. Die Wunden verheilten ziemlich gut. Sicherlich lag das zu einem bestimmten Teil an der Versorgung, aber bei dem voranschreitenden Prozess . . . Keiy nickte knapp um sich selbst seine Gedankengänge zu bestätigen, hier handelte es sich um Magie. Er erneuerte die Verbände, danach deckte er den Jungen wieder zu.
„Nun, denn. Keldor“, flüsterte der Krieger: „Ich bin gespannt, was du zu erzählen hast.“
Der Rest der Nacht verlief ruhig und ohne Zwischenfälle.

Als er aufwachte bemerkte er direkt, dass etwas anders war. Er blieb noch eine Weile liegen um die Eindrücke auf sich wirken zulassen. Vielleicht konnte er so schon einiges herausfinden, bevor er seine Augen aufschlug. Er lag auf einer Matratze unter einer Decke, es war weicher als die Betten, die er gewohnt war. Es roch nach kalter Asche, wahrscheinlich ein Kamin und Stein, nur wenig Holz. Er war nicht gefesselt, aber er spürte, dass er nicht mehr als eine Hose an hatte und sein Oberkörper war mit verschiedenen Verbänden umwickelt und von diesen ging ein bestimmter Geruch aus, kein unangenehmer, eher etwas das nach Heilsalbe roch. Vorsichtig öffnete er die Augen, er befand sich in einem Schlafzimmer, die Fenster waren mit schweren Vorhängen verdunkelt und in der Wand vor dem Fußende des Bettes war eine Tür, diese stand einen Spalt offen, nicht genug um hinauszusehen, aber zu mindestens nicht abgeschlossen. Er war hier kein Gefangener. Sachte stand er auf und stieg aus dem Bett. Der Steinboden war angenehm kühl und so tastete er sich langsam zu den Vorhängen. Er schob diese beiseite, dies musste die Rückseite des Hauses sein, nur wenige Schritte hinter dem Fenster viel der Boden steil ab, das Haus stand an dem Rand einer kleinen Schlucht. Das Tal war nur bedingt von diesem Fenster aus zu erkennen und auf der anderen Seite konnte er eine weite grüne Ebene erkennen, die sich in leichten Hügeln zu einem weit entfernten Gebirge zog. Das Gebirge war soweit entfernt, dass man es nur bei einem so klaren Morgen wie heute erkennen konnte. Er sah sich in dem Zimmer um, es war sehr schlicht eingerichtet, in der anderen Ecke stand eine Truhe. Daneben ein Stuhl auf dem eine Decke und ein Kissen lagen. Ohne lange zu zögern ging er auf den Kasten zu und öffnete ihn. Aber er fand keine Kleidung, wie er gehofft hatte, sondern entdeckte eine Rüstung, die nicht aus Metall bestand, sondern aus einem seltsamen grauen Material, dass ihn an Leder erinnerte. Den Brustpanzer zierte ein seltsames Wappen, ein Schild auf dem ein geflügelter Schädel angebildet war und hinter dem Schild kreuzten sich zwei Schwerter. Behutsam versucht er den Brustpanzer aus der Truhe zu heben, dafür das er anscheint nur aus Leder oder etwas ähnlichem zu bestehen schien, war er unglaublich schwer. Er konnte ihn nicht heben. Enttäuscht ließ er ab von der Kiste und schlich zur Tür. Durch den Spalt konnte er einen großen Wohnraum sehen, in dessen Mitte eine Wendeltreppe aus Stein nach oben führte und dahinter stand die Haustür offen. Er durchquerte den Wohnraum rasch aber leise, an allen drei Seiten waren Fenster, verhangen mit etwas leichteren Vorhängen als im Schlafzimmer, aber dick genug, den Blick nach draußen zu verhindern, oder den Blick nach drinnen zu verschleiern. Er hatte die Haustür erreicht und spähte nach draußen. Vor der Tür sah er einen Mann, der mit zwei Schwertern trainierte. Es war ein schwarzhaariger Hüne, dessen muskulöser Körper durch den Schweiß des harten Trainings in der Morgensonne glänzte. Fasziniert beobachtet er die verschiedenen Figuren, die der Krieger während des Trainings ineinander fließen ließ und dann erinnerte er sich an die Nacht. Er war aufgewacht, hatte in Panik geschrieen und dann war da auch dieser Krieger gewesen . . .
„Keiy“, flüsterte er und obwohl ihn der Mann nicht gehört haben konnte, drehte sich dieser nun um.
„Guten Morgen, Keldor.“
Keldor schauderte es plötzlich, was hatte er von diesem Krieger zu erwarten?
Keiy hob sein Schwert und lächelte kurz. Keldor schluckte, ihm schossen kurze Bilder durch den Kopf . . . ein Schwert . . . ein Kämpfer . . . dann waren sie verblasst.
„Du kannst ruhig aus dem Haus kommen oder fürchtest du dich vor dem Sonnenlicht?“
Keldor hob eine Braue, Angst vor der Sonne? So ein Unsinn, dachte er und trat vor die Tür.
Die Sonne war so warm und angenehm. Ihm war so, als würden die Strahlen seine blaue Haut streicheln.
„Komm nähr, Junge.“
Keldor tat es und stand kurz danach vor dem großen dunkelhaarigen Kämpfer der ihn mit seinen grünen Augen fixierte.
Keiy bohrte seine Klingen in den Boden und dann zückte er einen Dolch, mit diesem schnitt er die Verbände auf.
Die Wunden waren kaum noch zu sehen, wo sie vorher gewesen waren, war die Haut des Jungen heller. Ausschließlich die Schnittwunde war noch gut zu erkennen, war aber besser verheilt, als zu erwarten gewesen wäre. Wenn er es nicht wüsste, dann würde der Krieger nicht glauben, dass er das Kind gestern noch blutverschmiert gefunden hatte.
„Woher kommst du, Junge?“
„Ich . . . ich weiß nicht?“
„Aber du muss doch wissen aus welcher Stadt, aus welchem Dorf oder aus welcher Gegend zu gekommen bist? Wer sind deine Eltern?“
„Eltern? Mein Vater . . . meine Mutter . . . sie sind . . . waren . . .“
Plötzlich brach der Junge auf die Knie zusammen und fasste sich an die Stirn. Keiy beugte sich zu ihm herunter und nahm die Hände des Jungen in seine eigenen. Keldor sah ihn mit tränenden Augen an:
„Ich weiß es nicht mehr.“
„Es wird dir schon wieder einfallen, Keldor. Deinen Namen wusstest du ja auch noch, der Rest wird kommen. Ich bringe dich zu einem Arzt.“
Keldors Magen knurrte und er fragte nach etwas zu essen.
„Gehe ruhig in die Küche, Junge.“
„Habt ihr den kein Hunger?“
Der Krieger lachte kurz:
„Ich werde erst mein Training beenden.“
Mit diesen Worten zog er seine Schwerter aus dem Boden und ließ die Schneiden aneinander gleiten.
„Ihr kämpft mit zwei Schwertern?“
„Ja, gelegentlich schon. Möchtest du mir zusehen?“
„Ja, aber, lieber würde ich mit euch trainieren . . . oder geht das nicht?“
Der Krieger hob nun selber eine Braue:
„Nun ja, also . . .“
„Ich schone euch auch“, lächelte der Junge.
„Oh, du schonst mich? Dann kann ja nichts schief gehen.“
Keldors Hunger war nun verschwunden.

„Hast du schon einmal mit einem Schwert gekämpft?“
„Natürlich!“
„Ach, tatsächlich? Na dann, fang . . .“, der Krieger warf dem Jungen eine seiner Klingen zu. Keldor fing die Waffe, hatte aber keine Zeit sich darüber zu freuen, da das Schwert viel zu schwer für ihn war. Krachend fiel es zu Boden und Keiy lächelte kurz:
„Dann muss es ein sehr leichtes Schwert gewesen sein. Vielleicht nehmen wir zum trainieren lieber etwas anderes . . . Ja, das könnte gehen.“
Keiy hob zwei Stöcke vom Boden auf, wog sie in den Händen und gab dann einen davon dem Jungen. Zögernd nahm Keldor den Stock an, er hätte lieber mit dem Schwert gekämpft, aber es war doch zu schwer.
„Bevor man mit zwei Schwertern kämpft, muss man zunächst lernen eine Klinge zu führen. Erst danach beginnt man seine Beidhändigkeit zu trainieren. Nicht jedem ist vergönnt, von vorneherein beide Seiten einsetzen zu können“, erklärte Keiy in einem Ton, als wäre das Lehren für ihn so alltäglich, wie essen und trinken.
„Sagt, habt ihr dieses Talent schon immer gehabt“, fragte Keldor neugierig.
„Vielleicht?“
„Aber was ist das den für eine Antwort, Keiy. Ihr müsst das doch wissen!“
„Bevor ich begann mit dem Schwert zu kämpfen, war ich ein Bogenschütze und daher weiß ich nicht, ob das Talent schon immer da war, weil ich erst spät mit dem Schwertkampf angefangen habe. Es stellte sich schließlich heraus, dass ich den Zweihändigenschwertkampf beherrsche und seit dem, habe ich mich weiterentwickelt. Aber genug davon, fangen wir mit ein paar Grundübungen an.“
Keldor sah schnell ein, das nicht er es war, der den Anderen schonte.
Keiy zeigte ihm verschiedene Eröffnungen, ein die über dem Kopf begann, eine andere kam aus der Hüfte und wieder eine startete von der Seite. Zum Ende hin trainierten Keiy und Keldor Angriff und Parade. Jedes Mal wenn ein Angriff des Jungen fehlschlug, gab ihm der Krieger einen leichten Schlag mit dem Schwert auf das Gesäß und Keldor wurde zunehmend ärgerlicher. Er steigerte sich sogar richtig in seine Wut hinein und griff noch aggressiver an, was den Stockschlag jedes Mal etwas härter werden ließ.
Keiy warf seinen Stock auf den Boden und lachte leise, dann wand er sich von dem Jungen ab und griff nach seinem Tuch.
Keldor kauerte auf dem Boden, sein Gesäß schmerzte nun schon etwas und die Wut kochte in ihm. Der Krieger verspottete ihn wohl und er lachte. Als der Mann ihm den Rücken zu drehte, sprang er auf, rannte mit erhobenen Stock auf seinen Gegner zu und holte zu einem Schlag auf den Rücken aus. Keldors Stock sauste hinab und wurde gestoppt!
Keiy wirbelte herum, packte mit der linken Hand den Stock und seine recht ließ das Tuch kräftig gegen den Oberschenkel des Jungen klatschen.
„Aua!“ schriee Keldor empört.
„Junge, von hinten angreifen ist aber nicht sehr ehrenvoll und Wut ist kein guter Berater im Kampf mit dem Schwert.“
„Ihr habt mich verspottet und mir den Hintern verdroschen!“
„Verdroschen? Das ist wohl etwas übertrieben. Mir scheint, du musst erst noch das Geheimnis lernen um ein guter Schwertkämpfer zu werden.“
„Was ist das Geheimnis?“
„Ergründe es selbst, wenn ich es dir verrate, dann ist es kein Geheimnis mehr. Nun komm’, ein Frühstück tut uns beiden sicher gut.“
Verlegen sah Keldor dem Krieger hinterher, was konnte das Geheimnis sein?

Nach einem ordentlichen Frühstück hielt der Krieger den Jungen zum waschen an, insbesondere sollte Keldor bei der Reinigung seine Schnittwunde beachten, da diese als einzige noch nicht so gut verheilt war. Während sich der Junge frisch machte suchte der Krieger nach passender Kleidung. Da Keiy selber erst seit kurzem im Point Dread lebte, hatte er noch nicht alle Schränke eingeräumt und so durchsuchte er verschieden Säcke nach Kleidung. Hierbei fiel ihm ein Brief in die Hand und er hielt in seiner Suche inne.
„Adora“, sinnierte der Krieger halblaut.
„Ist sie eure Frau?“
Keiy sah hinter sich, da stand der Junge, um die Hüften ein großes Handtuch.
„Haben dir deine Eltern keinen Anstand beigebracht?“ zischte der Krieger wütend.
Keldor schluckte und Keiy bereute seinen Ausbruch.
„Schon gut, Keldor. Ich war nur in Gedanken und habe dich nicht hereinkommen hören.“
„Habt ihr euch erschrocken“, fragte der Junge ungläubig.
„Erschrocken, nun ja, ähm . . . wie siehst du eigentlich aus. Du bist noch ganz nass, du wirst dich erkälten. Trockne dich richtig ab und dann zieh dich an.“
„In Ordnung, aber . . . was soll ich anziehen?“
„Wie? Ach ja, hier . . . nimm dies“, erklärte Keiy knapp und warf dem Jungen grüne Sachen zu. Danach stopfte der Krieger die Kleidungsstücke zurück in den Sack, behielt aber den Brief bei sich und verließ den Raum. Keldor sah ihm nach, ihm war klar, dass er den Krieger bei etwas sehr persönlichem gestört hatte und es tat ihm leid. Dennoch war er neugierig, vielleicht ergab sich ja eine Gelegenheit auf dem Weg in die nächste Stadt, das Thema noch einmal anzusprechen. Dieser fremde Mann, der ihn anscheint gerettet hatte, faszinierte den Jungen sehr. Er war sicher ein großer Kämpfer und zu gerne würde er von ihm lernen mit dem Schwert zu kämpfen. Keldor konnte sich nicht an seine Eltern erinnern, aber er spürte, dass er sich schon seit langem für den Schwertkampf interessierte. Vielleicht weil sein Vater auch ein Krieger war, so wie Keiy . . . zu gerne würde er mehr über sich wissen, aber alles was seine Vergangenheit betraf war so blass und voller Nebel. Er erinnerte sich an Orte in Eternia, da gab es eine Wüste und das Meer von Rakash, aber an seine eigenen Eltern oder gar an seine Herkunft konnte er sich nicht erinnern. Vorsichtig zog er die Kleidung an, sie passte nicht ganz, aber da sie weit geschnitten war, fiel dies nicht so sehr auf. Wem mochte das gehören, der Krieger passte da sicher nicht rein. Er sah weit und breit keine Schuhe oder Stiefel, er musste barfuss gehen. Keldor zuckte mit Schultern, das ließ sich wohl nicht ändern, also ging er in die Küche und warte.
Nach dem sich nun auch der Krieger fertig gemacht hatte brachen sie auf.
Keiy hatte sich graue, leichte Reisekleidung angezogen aber auf seinem Rücken prangten die beiden Schwerter. Sie würden in die nächste Stadt gehen, sie war klein, aber dort gab es einen Arzt und Keiy hoffte, das dieser dem Jungen helfen konnte.
„Aram ist eine kleine Stadt, aber deshalb sollte man nicht den Fehler machen und unvorsichtig sein. Bleib also bei mir, Keldor und wenn dich jemand fragt, dann sagst du wir wollen handeln. Klar?“
„Klar und wenn mich jemand fragt wer ihr seit, soll ich dann sagen ihr seit mein Vater?“
„Nein, sage ihnen dass du mein Knecht bist.“
Keldor verzog ärgerlich das Gesicht.
„Und da ich ein guter Herr bin, werden wir sehen, ob wir für dich nicht etwas für die Füße finden.“
„Wessen Sachen sind das eigentlich, ich glaube nicht das sie euch gehören.“
„Sie waren ein Geschenk oder besser gesagt, sie sollten eines werden für einen Jungen, der in etwa in deinem Alter sein müsste, jünger wahrscheinlich.“
„Warum habt ihr es nicht verschenkt?“
„Ich kam nicht mehr dazu vor meiner . . . Abreise.“
„Wie weit ist es noch?“
„Wenn wir weniger reden würden, wären wir schneller, daher schlage ich vor, wir schweigen.“ Mit diesen Worten legte Keiy an Tempo zu.
„Hey“, rief Keldor: „Ihr habt meine Frage nicht beantwortet!“
Keiy dreht sich zu ihm um und hielt sich seinen Zeigefinger vor den Mund, dann ging er noch schneller weiter, als zuvor.
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BeitragThema: Re: Exil   Mo Nov 24, 2008 6:37 am

Am Nachmittag erreichten sie die Stadt Aram.
Kreisförmig zog sie sich hin zu einem See, in dessen Mitte eine Insel lag. Auf Keldor wirkte diese Insel eher wie ein Felsen, der spitz aus dem Wasser ragte. Der höchste Punkt dieser Felseninsel war flach und eine Pyramide aus rotem Stein thronte oben auf. Keldor sah, das es am Seeufer einen kleinen Hafen gab, von dem aus Schiffe zur Felseninsel übersetzten.
„Seltsam“, murmelte der Junge und blieb stehen.
„Kommt dir etwas bekannt vor, Keldor?“
„Nein, aber ich frage mich, wie diese Pyramide gebaut worden ist. Ich meine wie hat man die Steine dort hinaufgeschafft. Für den Transport müssen doch Schiffe mit einem extremen Tiefgang nötig gewesen sein und ich kann mir das bei dem See nicht vorstellen. Außerdem, nun ja, wie hat man die Steine auf die Spitze bekommen?“
„Das sich ein Junge, in deinem Alter für so etwas interessiert.“
„Wieso nicht, Architektur und mathematische Konstruktion ist eine spannende Sache!“
„Siehst du Keldor, das meine ich. Ein Junge deines Alters, aus einem Dorf oder einer kleinen Stadt hat den Kopf voll mit anderen Dingen.“
„Wie meint ihr das, Keiy?“
„Nehmen wir einmal an, du wärst der Sohn eines Schmieds. Dann kann es gut sein, das du dich in deinem Alter schon etwas mit Ambos und Hammer auskennst. Oder ein Bauernjunge kennt sich mit Vieh aus, aber Architektur und mathematische Konstruktion klingt für mich eher, nach den Gedanken eines Wissenschaftlers.“
„Meinst du, mein Vater oder meine Mutter sind Wissenschaftler?“
„Möglich.“
„Ja, aber was wäre den daran ungewöhnlich?“
„Na ja, Keldor, in der Regel besucht das gemeine Volk keine wissenschaftliche Akademie.“
Bevor Keldor noch begriff, was der Krieger damit sagen wollte, war Keiy schon weitergegangen und steuerte zielstrebig den Marktplatz an.
Auf dem Markt gab es allerhand zu sehen und zu bestaunen:
Händler boten ihre Ware feilsch, Gaukler erfreuten die Besucher mit ihren Späßen und Barden sangen und erzählten ihre Mären.
Keldor sah sich alles interessiert an und bemerkte dabei nicht, dass er sich immer mehr von Keiy entfernte. Ein buckliger Mann hatte seine Neugierde geweckt, er pries eine unglaubliche Sehenswürdigkeit an, ein grässliche Unart der Natur und nicht nur der Junge folgte seinem Aufruf. Die Scharr von Schaulustigen versammelte sich vor einem Käfig auf Rädern und es fiel Keldor nicht schwer sich durch die Zuschauerreihen bis ganz nach vorne zu schlängeln. Er stand nun unmittelbar am linken Ende des Käfigs, in dessen innerem eine seltsame Dunkelheit herrschte. Die Räder gingen dem Jungen bis zur Brust. Der Bucklige hatte ein Podest am anderem Ende des Käfigwagens aufgebaut und sprach von oben auf die Schaulustigen herunter, als stünde er in der Kanzel eins Tempels:
„Liebe Leute aus Aram, am Fuße der roten Pyramide, es ist mir eine große Freude euch den Blick auf einen fleischgewordenen Alptraum zu gewähren!“
Er klatschte mit seiner Peitsche auf den Boden, Funken sprühten, in der Luft summte es und die Dunkelheit im Käfig verschwand. Sie gab den Blick frei auf ein grässliches Wesen, das nun brüllte und an den Ketten zerrte, an die es gefesselt war. Die Zuschauer schrieen auf, gingen einen Stück zurück, außer Keldor, er trat mit, vor Faszination aufgerissenen Augen nähr an den Käfig heran.
„Ja, was höre ich, Angstgeschrei und Furcht . . . So ist es auch richtig. Wer weiß schon was uns die Natur da präsentiert. Es ähnelt einem Affen und doch ist es keiner, es geht aufrecht wie ein Mensch und doch gebückt wie ein Shadowbeast aus den Teersümpfen. Fürchtet es das Licht? Nein, also doch kein Wesen aus dem Schatten . . . aber was ist es dann?“
Der Bucklige sah fragend in die Menge, dies beruhigte sich etwas, hielt sich aber von dem Käfig fern.
„Es ist ein Monster!“ rief ein kleines Mädchen.
„Es sieht aus wie eine Fledermaus, ja eine rote Feldermaus!“ rief jemand anderes.
„Nein, keine Fledermaus, sehr nur, es hat ein pelziges Gesicht und Pranken wie ein Bär, oh bei den Göttern, wie böse es aussieht und wie riesig es ist!“
„Es will uns fressen!“
Keldor war wie Trance, er ging Schritt für Schritt nähr an den Käfig und fixierte das Biest hinter den Gitterstäben mit seinem Blick. Er hörte die gerufen Vermutungen der Zuschauer:
„Es ist bestimmt so alt wie Höhle!“
„Ein Dämon aus der Unterwelt!“
„Ja, es muss ein alter und grausamer Fürst der Schatte sein!“
Dann trafen sich ihre Blicke und Keldor begriff:
„Nein, es ist nicht alt, es ist ein Kind . . . aus den Händen seiner Eltern gerissen . . . versklavt und gequält . . . vielleicht nicht älter als ich . . .“ und dann geschah es!
Das Biest hatte eine der Ketten gesprengt, seine Pranke schoss durch die Gitter, packte den Jungen am Hals und riss ihn zu sich. Hart knallte Keldor gegen die Käfigwand und plötzlich hatte er doch Angst und er schriee:
„Bei den Göttern, so helft mir doch!“
In den Reihen der Beobachter brach Panik aus, doch die Schaulust ließ sie nicht auseinander stoben.
Die Angst und das Entsetzen ließen Keldors Puls hoch schlagen und das Blut rauschte in seinen Ohren und dann war da noch ein Geräusch . . . ein Knurren? Nein, es war eine Stimme, tief, aber immer noch so weich, wie die eines Kindes und sie flüsterte zu Keldor:
„Hilf mir, bitte . . .!“
Bevor der Junge noch etwas sagen konnte, war es ihm so, als würden Blitze in den Käfig einschlagen und der Schmerz übertrug sich auf das gefangene Biestkind, aber auch auf Keldor. Er spürte wie seine Schnittwunde kurz vor dem Aufbrechen war und wieder sauste die Peitsche des Buckligen, die nun aus Blitzen zu bestehen schien, auf den Käfig nieder.
Doch bevor der Schmerz wiederkam, sah Keldor wie etwas Metallenes direkt vor seinem Gesicht niederfuhr. Das Biest schriee auf und er viel rücklings zu Boden. Er hörte das Summen der Peitsche und dann eine autoritäre Stimme:
„Genug, haltet ein! Die Peitsche ist nicht mehr notwendig!“
Keldor sah auf, vor ihm auf den Boden lag die abgetrennte Hand des Biestkindes, das Wesen hatte sich in den hinteren Winkel des Käfigs zurück gezogen und drückte seinen Armstumpf wimmernd an seinen Körper. Mit beiden Schwertern im Anschlag stand Keiy vor dem Buckligen:
„Los man, verhüllt es wieder!“
„Ihr habt mein Eigentum beschädigt, ich erwarte das ihr den Schaden . . .“
Plötzlich, so schnell das Keldor es kaum gesehen hatte lagen die Klingen auf den Schultern des Buckligen wie eine offene Schere.
„Ihr solltet besser aufpassen, dass hier nicht noch mehr beschädigt wird!“
Der Bucklige schluckte hastig, dann knallte er mit der Peitsche auf den Boden und wieder war der Käfig von dieser unnatürlichen Dunkelheit erfüllt.
Keldor sah mit einem Schreck, dass ein kleines und schuppiges Wesen die abgeschlagene Hand an sich nahm und unter dem rollenden Käfig verschwand.
Dann packte ihn eine Hand am Arm und zerrte ihn weg. Erst nach dem sie einige Stände zwischen sich und den Käfig gebracht hatten blieb Keiy stehen.
„Ich hatte dir gesagt, du sollst in meiner Nähe bleiben, dies Viech hätte sonst etwas mit dir machen können!“
„Es ist kein Viech, es ist, ich glaube ein Kind und es wollte meine Hilfe und es war kein Monster!“
Keiy lachte humorlos.
„Ja genau, Keldor. Es war ein Kind und was glaubst du, was du bist?“
„Aber . . . dann wisst ihr es?“
Keiy nickte leicht.
„Dann müsst ihr doch was tun . . . befreit das . . . ähm . . . Kind!“
„Keldor, du bist ziemlich jung und obendrein noch ohne Erinnerung, daher will ich nachsichtig sein. Diese Stadt gehört Graf Marzo, das ist sein Hoheitsgebiet, somit ist es seine Aufgabe sich dieser Sache anzunehmen.“
„Ja und, wird er es tun?“
„Genug jetzt, wir gehen zum Arzt. Dort drüben ist sein Haus.“

Der Arzt war ein angenehmer Mann, dessen dünner Bart nicht darüber hinweg täuschen konnte, dass er nicht viel älter als Keiy sein konnte.
Er untersuchte den Jungen gründlich, sah sich alle Wunden an und zuletzt tastet er den Hals des Kindes ab.
„Du hast Glück gehabt, die Hämatome am Hals werden bald nicht mehr zu sehen sein und für die Schnittwunde gebe ich dir eine Salbe mit.“
Keldor lächelte, dann fragte er:
„Könnt ihr mir auch dabei helfen meine Erinnerung zurück zubekommen?“
Der Arzt biss sich leicht auf die Unterlippe und schüttelte leicht den Kopf:
„Ich bin nicht sicher, ich sehe keine Kopfverletzung, daher schließe ich Amnesie auf Grund einer Kopfverletzung aus.“
„Amne… was?
„Amnesie, das bedeutet, dass man sein Gedächtnis verloren hat, so wie du. Nach meiner Untersuchung würde ich sagen, bist du zirka zwölf Jahre alt. Oft erinnert man sich an Bruchstücke und nach und nach kommt alles wieder“
„Gibt es den da keinen schnelleren Weg?“ fragte der Krieger ungeduldig.
„Hypnose, wäre eine Möglichkeit oder man lässt den Dingen seinen Lauf.“
„Wer weiß wie lange das dauern wird, sicher machen sich die Eltern des Kindes schon Sorgen“, erklärte Keiy nun etwas beruhigter.
„Wieso bringst du ihn nicht zu seinen Angehörigen, Keiy?“
„Weil ich nicht weiß, wo diese zu finden sind. Da wo er lag, ist weit und breit kein Dorf, in dem sein Volk lebt.“
„Mein Volk?“ fragte Keldor überrascht, aber keiner reagierte.
„Was glaubst du denn, im Bezug auf seine Herkunft“, fragte der Arzt vorsichtig.
„Sieh dir seine Hautfarbe an und die spitz zusammenlaufenden Ohren“, meinte der Krieger und hob eine Braue.
Unwillkürlich fasste Keldor an die spitzen Enden seiner Ohren.
„Du denkst . . .?“
„Ja, ich denke er ist ein Gar.“
Der Arzt ließ sich auf seinen Stuhl fallen und sah überrascht von Keiy zu Keldor.
„Ein Gar?“ fragte der Junge und diesmal sah ihn der Krieger an und nickte.
„Ja, Keldor, ich denke du bist ein Gar!“
„Wenn du recht hast, Keiy, dann ist er fern von der Heimat.“
„Eben, mein Freund. Ich kann ihn nicht zu seiner Familie bringen, auf gutes Glück hin. Ich kann auch nicht warten, bis er sich erinnert. Also los, hypnotisiere ihn, damit ich weiß wo ich hin absetzen kann.“
Der Arzt lachte schallend:
„Ich beherrsche die Hypnose nicht! Aber ich weiß wo es Hypnotiseure gibt.“
Keiy sah zu dem Jungen, der ihn nun erwartungsvoll ansah.
„Also gut, dann sage mir wo ich einen Hypnotiseure finde.“
„Avion“, erklärte der Arzt knapp.
„Was, nach Avion, aber das liegt hoch in den Mystischen Bergen. Das ist weit weg von hier und die Reise wird Wochen dauern. Gibt es keinen der nicht so weit weg ist?“
„Ich kenne nur zwei . . .“
„Und wo finde ich den Zweit?“
„Oh, den schließe ich mal aus, sicher willst du da nicht hin.“
„Lieber Freund, lass das mal meine Entscheidung sein, also? Wo finde ich den Zweiten?“
„Der Zweite, Freund, ist in der Stadt Eterniss ansässig.“
Keiy starrte den Arzt an und kurz hatte Keldor den Eindruck als hätte der Freund des Kriegers etwas gesagt, was Keiy in Angst und Schrecken versetzte. Aber schon hatte sich Keiy wieder gefangen:
„Na gut, dann halt: Avion.“
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BeitragThema: Re: Exil   Mo Nov 24, 2008 6:39 am

Teil 3

Den dürft ihr gerne weiter schreiben^^ viel Spass!!!
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Exil
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